Die Auswahl der Heizkurve sollte nach der Systemtemperatur des Heizkreises und der Norm-Außentemperatur erfolgen.

Alle Heizkurven können über das Tag- bzw. Nacht-Potentiometer angehoben oder abgesenkt werden. Entspricht die Heizkurve 5 den gewählten Heizungsanlagenparametern, bezogen auf Außentemperatur, Vorlauftemperatur und Raumtemperatur, so kann nachträglich eine Feinabstimmung über die Potentiometer vorgenommen werden. Über das Tagpotentiometer kann die Heizkurve von einer Raumtemperatur von 20°C auf 28°C angehoben oder auf eine Raumtemperatur von 10°C abgesenkt werden. Über das Nachtpotentiometer kann die Raumtemperatur auf 22°C angehoben werden und auf -4°C abgesenkt werden.
Gewählte Heizkurve 5 gewünschte Raumtemperatur 21°C tatsächliche Raumtemperatur 16°C am Tage Drehknopf (Tagpotentiometers) ist um zwei Teilstriche nach rechts zu verstelllen.
Die Heizkurve wird dadurch parallel verschoben. Der Außentemperatur wird eine höhere Vorlauftemperatur zugeordnet, und die gewünschte Raumtemperatur von 21°C wird erreicht. Eine Verstellung des Drehknopfes um einen Teilstrich entspricht einer Raumtemperaturänderung von ca. 2,5 K.
Mithilfe der folgenden Faustformel können Sie die Heizkurve für Ihr Haus beziehungsweise Ihre Wohnung berechnen:




(Vorlauftemperatur – Raumtemperatur) : (Raumtemperatur – Außentemperatur) = Neigung (Steilheit) der Heizkurve
Ein Beispiel: In Ihrem Wohnzimmer soll es 20 Grad Celsius warm sein. Der darin befindliche Heizkörper ist für eine Vorlauftemperatur von 70 Grad bei einer tiefsten Außentemperatur von -15 Grad ausgelegt. Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt folglich 50 Grad, die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur 35 Grad: 50 : 35 = 1,43
Die Neigung der Heizkurve müsste folglich auf rund 1,4 eingestellt werden, um die gewünschte Raumtemperatur von 20 Grad zu erreichen.
Eine solche Berechnung lässt sich auch für die Heizkurve einer Fußbodenheizung durchführen, bei der die Vorlauftemperatur lediglich 40 Grad beträgt: 20 : 35 = 0,57
Die Neigung der Heizkurve für die Fußbodenheizung müsste also auf 0,6 eingestellt werden.
Beispiel Heizkörper
Ein Raum soll auf 20 °C erwärmt werden. Der dort verbaute Heizkörper ist für eine Vorlauftemperatur von 70 °C bei einer tiefsten Außentemperatur von minus 15 °C ausgelegt.
Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt:
70 °C−20 °C = 50 °C
Die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur beträgt:
20 °C – (-15 °C) = 35 °C
Das Verhältnis zwischen 50 °C zu 35 °C beträgt:
50 °C / 35 °C = 1,43
=> entspricht in der Heizkennlinie einer Neigung von rund 1,4
Beispiel Fußbodenheizung
Ein Raum soll auf 20 °C erwärmt werden. Die dort verbaute Fußbodenheizung ist für eine Vorlauftemperatur von 40 °C bei einer tiefsten Außentemperatur von minus 15 °C ausgelegt.
Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt:
40 °C−20 °C = 20 °C
Die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur beträgt:
20 °C – (-15 °C) = 35 °C
Das Verhältnis zwischen 20 °C zu 35 °C beträgt:
20 °C / 35 °C = 0,57
=> entspricht in der Heizkennlinie einer Neigung von rund 0,6
Beispiel Wärmepumpe
Ein Raum soll auf 20 °C erwärmt werden. Die Wärmepumpenanlage als Energieerzeuger ist für eine Vorlauftemperatur von 24 °C bei einer tiefsten Außentemperatur von minus 15 °C ausgelegt.
Die Differenz zwischen Vorlauftemperatur und Raumtemperatur beträgt:
24 °C−20 °C = 4 °C
Die Differenz zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur beträgt:
20 °C – (-15 °C) = 35 °C
Das Verhältnis zwischen 5 °C zu 35 °C beträgt:
5 °C / 35 °C = 0,14
=> entspricht in der Heizkennlinie einer Neigung von 0,14